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Wolfgang Zehrt: Die Pressemitteilung. UVK Verlagsgesellschaft mbH 2007

Kommunikation – die einfach schwierigste Sache der Welt

„Wer für ein Unternehmen, eine Institution oder einen Verband spricht, der wird erfolgreich sein, wenn er sich als Person zurücknimmt und seine Aufgabe darin sieht, den Medien seine Themen auf einem silbernen Tablett anzubieten …“ Wolfgang Zehrt, Autor des derzeit aktuellsten Buches über Pressemitteilungen auf dem deutschen Markt, ist dabei, bester Freund der PR-Praktiker zu werden. Vielleicht nicht aller, der der mittleren und kleinen Unternehmen wohl ganz bestimmt. „Die Pressemitteilung“ gehört auf den Schreibtisch all derjenigen, die Pressearbeit betreiben. Und das sind gewiss nicht immer ausgebildete Journalisten. Wie sonst kann es sein, dass lt. Löffelholzstudie von 1997 das größte Manko der monatlich in Deutschland erscheinenden Pressemeldungen in ihrer Aufbereitung besteht? Obwohl bis zu 94 % der befragten Pressestellen angeben, laufend Pressemeldungen zu gestalten … (Böckelmannstudie 1991). Zehrt nimmt eindeutige Fakten zum Anlass für detaillierte Hilfestellung. Hilfe für beide Seiten: Für die Journalisten, die in einer Flut unverständlich konstruierter Texte zu ertrinken drohen, und für die Unternehmen, die sich über die Pressemitteilung Aufmerksamkeit erhoffen.

Trotz und gerade wegen vieler Einzelheiten zu Medienrelevanz, Lead-Sätzen und Redaktionsalltag – Zehrts Buch liest sich flüssig. Das darf man auch erwarten bei einem Mann, der über Jahre zuhause war bei „Bild“, „taz“, „Zeit“ und „Stern“. Schon das Inhaltsverzeichnis steht für prägnante Formulierungen und würzige Kürze. Gut gewählte Textbeispiele illustrieren, was stilistisch drin oder nicht gerade en vogue ist. Für spezielle Themen bietet Zehrt spezielle Leute auf. Den Medienanwalt Dr. Holger Weimann etwa oder Prof. Dieter Herbst, der allein elf Bücher über Kommunikation geschrieben hat. Für Zehrt äußert er sich zum Thema „Fotos in der Pressearbeit“. Ein spannendes Thema, das viel zu häufig unbeachtet bleibt. Dabei reichen 2 Sekunden, um die Story eines durchschnittlichen Bildes zu transportieren. In derselben Zeit nimmt der normale Leser max. 7 Worte auf. Eine Story? Wohl nur mit einer genialen Schreibe …

„Handwerklich gut über interessante Themen schreiben und diese gezielt kommunizieren …“ Das sei das Mittel zum Erfolg einer Pressemitteilung. So einfach und doch so schwierig. 80 % aller Pressemitteilungen landen lt. Zehrt im Papierkorb. Wer Wolfgang Zehrts Hinweise und Denkanstöße richtig nutzt und das silberne Tablett zu balancieren versteht, wird sich über die Erfolge der restlichen 20 % freuen.

Kerstin Schulz

 

Foto: UVK Verlagsgesellschaft