
|
|
|
Telefon 033 205 - 26 86 11 |
Praxismanagement ist FührungsarbeitAls ich 1991 meine erste Stelle als Praxismanagerin bei einem Zahnarzt antrat, stand in meinem Arbeitsvertrag noch die Bezeichnung „Arztsekretärin“. Das war eine Formulierung, mit der jeder etwas anfangen konnte. Outete ich mich jedoch als Praxismanagerin, erntete ich fragende Blicke. Und das noch Jahre später. Inzwischen weiß zumindest der Insider mit dieser Berufsbezeichnung umzugehen. Wirklich etabliert hat sie sich noch immer nicht. Vielleicht ist der Begriff Praxismanagement auch einfach zu diffus. Für die einen ist es das Management der zahnärztlichen Behandlung, für die anderen die Abrechnung. Manche verstehen darunter die gesamte Patientenkommunikation. Und wer selbst im Praxismanagement arbeitet, bezeichnet sich gern als Mädchen (es sind fast ausnahmslos Frauen) für alles. Praxismanagement ist aus meiner Sicht mit Unternehmensführung gleichzusetzen. Denn jede Praxis, egal welcher Größe, ist rein wirtschaftlich betrachtet ein Unternehmen. So wie es in jedem Unternehmen Führungskräfte – Manager – gibt, trifft das für eine Arzt- oder Zahnarztpraxis gleichermaßen zu. Entweder ist der Praxisinhaber selbst der Manager oder er delegiert Managementaufgaben. In diesem Fall ist eine Praxismanagerin jemand, von dem eine ganze Menge abhängt. Auf den Punkt gebracht sind das Qualität und Professionalität des Unternehmens, Produktivität und Innovationskraft. Es ist unerheblich, ob eine Praxismanagerin sich als solche bezeichnet. Es ist auch unerheblich, ob sie für die Abrechnung zuständig ist oder sich um die Materialbestellung kümmert. Wesentlich ist die Konzentration aufs Ganze und die Fähigkeit, zwischen Sachaufgaben und Managementaufgaben zu unterscheiden. Praxismanagerin zu sein, ist keine Berufung, sondern ein Beruf. Ihre Kerstin Schulz
|