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Ralf R. Strupat: Das bunte Ei. Mit Kundenbegeisterung gewinnen. Orell Füssli Verlag 2008.

Rezepte mit Ei

Pünktlich zu Ostern ein Buch über Eier. Gespickt mit Erinnerungen an den guten alten Tante-Emma-Laden. Das waren noch Zeiten! Tante Emma stellte sich neue Produkte erst ins Regal, wenn sie den Weg auf die Wunschliste ihrer Kunden gefunden hatten. Um das zu eruieren, war sie immer gern für ein Gespräch bereit. Wenig Risiko, viel Kundenorientierung. Das erinnert mich an meine samstäglichen Marktgänge. Wer aufmerksam beobachtet, kann Markt-Gewinner deutlich von Verlierern unterscheiden. Gewinner haben Spaß mit ihren Kunden. Verlierer reden kaum und schauen neidisch nach der Käuferschlange am Nachbar(eier)stand.

Eier sind eine Wissenschaft für sich. Auf dem Markt sowieso. Die kleinen beispielsweise sollen von den jüngeren Hühnern stammen. Ihre Schale soll weniger zerbrechlich sein. Ralf Strupat ist das egal. Er schwört nämlich auf bunte Eier. Das sind die echt harten. Beim Eierschlagen würden sie vermutlich den Sieg davon tragen. Und das tun sie denn auch im wahren Leben. Bunte Eier sind Gewinner. Sagt Ralf Strupat. Sein Buch „Das bunte Ei. Mit Kundenbegeisterung gewinnen“ schildert, wie man aus Unternehmen, die sich gleichen, wie ein Ei dem anderen, bunte Eier macht. So hat der Kunde das ganze Jahr über Spaß an der österlichen Überraschung. Außerdem – wer bückt sich schon nach weißen Eiern?

So ein buntes Ei hat ein ganz anderes Image. Es leuchtet zwischen grünen Gräsern und scheint dem Finder eine Kostbarkeit zu sein. Man liebt es, man bewahrt es auf. Man hofft, es möge möglichst lange haltbar sein. Und der Geschmack weckt auch nach Tagen Erinnerungen an längst vergangene Zeit. Bunte Eier, glaubt man sich zu erinnern, davon hat es mal viel mehr gegeben. Kein Wunder. In den letzten 35 Jahren hat sich die Zahl der gelegten Eier weltweit beinahe verdreifacht. Ob sich die Zahl der bunten Eier proportional dazu entwickelte, ist nicht nachgewiesen und eher unwahrscheinlich. Bunte Eier haben folglich an Wert gewonnen.

Wer das als Unternehmer erkennt, hat ausgesorgt und muss nur noch zu einem bunten Ei werden. Das garantiert, dass man nicht irgendwann als Rührei in der Pfanne landet. Ein Eiertanz ist es allemal. Gerade weil man Kundenbeziehungen behandeln muss, wie rohe Eier. Strupat demonstriert an vielen Beispielen, wie dieser Eiertanz gelingt und nicht mit einer Eierei endet. Dafür wird er selbst zum bunten Ei. Auf einer eigens für sein Buch eingerichteten Internetseite kann man sich das Gelbe vom Ei und die dazugehörigen Rezepte downloaden. Nun denn, wohl bekomm’s!

Übrigens: Dieser Text ist aus 63 Ei(ern) gemacht.

Kerstin Schulz

 

Kundenorientierung Ideen Das bunte Ei Strupat

Quelle: Orell Füssli