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Reinhard K. Sprenger: Vertrauen führt. Worauf es im Unternehmen wirklich ankommt. Campus Verlag 2005„Das Leben ist lebensgefährlich“, na und? Als ich unlängst einen Coach für Kommunikation und Selbstfindung an ein mir bekanntes Trainingsunternehmen vermitteln wollte, sagte man mir: „Von den gängigen Leuten haben wir genug … Aber Vertrauen, wenn er zu dem Thema was anzubieten hat, dann her mit ihm!“ Vertrauen ist ein heikles Thema. Wie heikel tatsächlich, macht das neue Buch von Reinhard Sprenger mehr als deutlich. „Vertrauen führt“ ist die Fortsetzung einer schleichenden Revolution in der Mitarbeiterführung, die sich bereits mit „Mythos Motivation“, dem „Prinzip Selbstverantwortung“ und „Aufstand des Individuums“ anbahnte. Vertrauen – die einfachste Sache der Welt, möchte man denken. Setzt sich ins nächste Cafè und bestellt statt der verlockend aussehenden Erdbeertorte lieber ein Stück Quarkkuchen. Rückstände von giftigem Dünger könnten nämlich an den roten Früchten aus der Türkei haften. In Deutschland ist schließlich keine Erdbeerzeit. Vertrauen – die einfachste Sache der Welt? Sprenger gilt als der deutsche Führungsexperte. Seine Theorien stoßen nicht überall und immer auf Wohlwollen und Zustimmung. Sprenger behauptet, Vertrauen würde in den nächsten Jahrzehnten zum Managementthema Nr. 1 avancieren. Eine „Absage an die Vernunft“? Im Gegenteil! Wer seinen Ausführungen folgt (Querleser haben keine echte Chance!), stellt voller Entsetzen fest, wie sehr es uns an Vertrauen mangelt. In unseren Partner, in die Politik, in unsere Kollegen und letztlich in uns selbst. Ein Dilemma, aus dessen Sog es kaum Entrinnen gibt. Dazu sind wir viel zu schnell mit unseren Vorurteilen, zu sehr auf Sicherheit bedacht und hinlänglich beschäftigt mit Machtspielchen. Was eigentlich ist Vertrauen? Wie und wo entsteht es? Und vor allem: Zeigt es, richtig eingesetzt, Wirkung? Reinhardt Sprenger analysiert all diese Fragen so umfassend und verständlich, wie es die deutsche Managementliteratur bislang vermissen ließ. Er macht aus dem kaum greifbaren Wort eine Metapher für all das, was Demotivation im Unternehmen verhindert. Vertrauen entsteht vor dem geistigen Auge des Lesers als ein Bild mit deutlichen Konturen. Es wird definierbar, gibt sich zu erkennen, lebt. Wer nach Konzepten sucht, (s)ein Unternehmen erfolgreicher am Markt zu halten, mit guten Gefühlen für sich selbst und für die Mitstreiter, wird bei Reinhard Sprenger fündig. Eine gehörige Portion Selbstreflexion ist allerdings von Nöten und eine zusätzliche Portion Mut. „Vertrauen führt“ ist ein Buch, das darauf vertraut, dass seine Ideen in vielen Unternehmen Gehör finden und Wirkung zeigen. Es desillusioniert die einen und beflügelt die anderen. Und ist in jedem Fall Anleitung zum Handeln. Denn: „Es macht Spaß, in einem Vertrauensklima zu leben und zu arbeiten.“ Kerstin Schulz Rezension zu Sprengers „Mythos Motivation“ …
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Foto: Campus |