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W. Chan Kim, Renée Mauborgne: Der blaue Ozean als Strategie. Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt. Hanser Verlag 2005Schatzsuche im blauen Ozean Wasser ist von unglaublicher Magie. Das weiß jeder, der jemals am Meer war. Meere geben uns eine Ahnung von der Unendlichkeit der Welt. Sie faszinieren mit Gerüchen und Geräuschen und einer schier endlosen Palette von Farben. Am Meer erholen wir uns, sammeln neue Energie. Das gilt selbst für Wirtschaftsunternehmen. „Der Blaue Ozean als Strategie“ von W. Chan Kim und Renée Mauborgne aus dem Hanser Verlag darf als Beweis dafür gelten, welche Kräfte dem Meer innewohnen. Dem blauen wohlgemerkt. Denn rote gibt es auch. Die Autoren, hochkarätige Experten für Strategie und Management und überaus erfolgreich tätig für multinationale Unternehmen, analysieren mit ihrem Gleichnis von den roten und blauen Ozeanen, auf welche Weise Firmen wettbewerbsfähig bleiben. Zu ihrem Bestseller formulieren sie den Untertitel: Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt. Rote Ozeane sind aus ihrer Sicht die allseits bekannten Märkte, in denen sich die Konkurrenz drängt. Blaue verkörpern Märkte, die bislang niemand entdeckt hat und in denen riesiges Wachstumspotential schlummert. Wer sie erobern will, muss querdenken. Das haben auch die Autoren getan. Ihre Ausgangsfrage war die nach den Gründen, warum hoch gepriesene Spitzenunternehmen nicht dauerhaft Höchstleistungen erbringen. Warum auch die, die über lange Zeit auf der Gewinnerseite brillieren, plötzlich den Absturz erleben. Kim und Mauborgne suchten nach Gesetzmäßigkeiten und fanden Erstaunliches. Der springende Punkt für sie ist die Nutzeninnovation. Dabei ist der Fokus nicht darauf gerichtet, „…die Konkurrenz zu schlagen, sondern ihr auszuweichen…“, heißt es im Buch. Eine Nutzeninnovation erzeugt Gewinn für den Kunden und für das Unternehmen gleichermaßen. Die Autoren führen Unternehmen an, die es mit solch einer Nutzeninnovation zu ansehnlichen Erfolgen gebracht haben. Die also einen blauen Ozean fehlender Konkurrenz eroberten. Wie beispielsweise Ford, der mit seinem Modell T erstmals die breite Masse der Bevölkerung zu Autofahrern machte. Zu einem Zeitpunkt, da bereits mehr als 500 Unternehmen auf dem Markt agierten und unerschwinglich teure Fahrzeuge anboten. 1924 kostete ein Modell T gerade einmal 290 US-Dollar. Dass es den Ford nur in Schwarz gab, machte die Tatsache wieder wett, dass er lange hielt und leicht zu reparieren war. Die Strategien zur Eroberung blauer Ozeane, die Autoren nennen sie SEO, entstehen zwar als Ergebnis analytischen Vorgehens, sind bei ihrer Realisierung jedoch maßgeblich abhängig von den menschlichen Faktoren. Teil 3 ihres Buches widmen Kim und Mauborgne deshalb der Frage nach der Umsetzung solcher Strategien. Ein heikles Thema, an dem viele Unternehmen scheitern. Mit den Tools der beiden Professoren bietet sich eine neue Perspektive für die Einführung von Veränderungen. Deshalb ist ihr Buch eines, das äußerst hilfreich in derartige Prozesse eingreift, sie durchschaubar macht, ihnen den richtigen Fokus gibt. Blaue Ozeane sind unendlich weit. Mag sein, dass man sich auf ihnen sogar einsam fühlt. Weil man nicht permanent das Fahrwasser anderer Schiffe kreuzt. Weil sich die Passage hinzieht. Weil man den Horizont nicht sieht. Der Blick aufs Wasser lässt unsere Gedanken schweifen. Und über allem liegt die Ahnung, tief auf dem Meeresgrund könnten kostbare Schätze verborgenen sein. Deshalb stecken blaue Ozeane voll unglaublicher Magie. Kerstin Schulz
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Quelle: Hanser Verlag |