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Kate Ludemann, Eddie Erlandson: Alpha-Tiere. Der schmale Grat zwischen Erfolg und Absturz im Management. Redline Wirtschaft 2007.Ich bin das Alpha-TierAlpha-Tiere sind bedauernswerte Geschöpfe. In ihrem Dunstkreis findet man Formulierungen wie Abwärtspotential, Burn-out, Machtkampf und Selbstbetrug. Was soll nur aus ihnen werden? Kate Ludemann und Eddie Erlandson, die Autoren des Buches „Alpha-Tiere. Der schmale Grat zwischen Erfolg und Absturz im Management“, haben einen hervorragenden Ausweg gefunden: Coaching. Denn eines ist klar: Alpha-Tiere sind einsame Spitze, wenn es um beruflichen Erfolg geht. Und mehr einsam als Spitze in beziehungstechnischer Hinsicht – ihr Verhalten hinterlässt häufig eine „Schneise der Verwüstung“ bei den Mitmenschen. Prominentestes Beispiel eines Alpha-Tiers ist der Wolf. Nicht von ungefähr ziert sein Pelz den Einband der Publikation aus dem Redline-Verlag. Bei Wölfen dürfen nur der ranghöchste Rüde und das ranghöchste Weibchen, also das Alpha-Paar, Nachkommen zeugen. Und ehe sie ihre Alpha-Stellung aufgeben, können bis zu acht Jahre vergehen. Eine lange Zeit im Leben eines Alpha-Tiers. Warum ist es gerade der Wolf, den die Macher des Alpha-Tier-Buches als Synonym für ihre Protagonisten aufgreifen? Ganz einfach. Alpha-Tiere sind nicht nur bedauerlich, sondern auch gefährlich. Gefährlich wie ein Rudel hungriger Wölfe. In ihrer Grundform vom Sozialverhalten dieser Tiere allerdings Lichtjahre entfernt. Insofern vermisst der reflektierte Leser faires Verhalten gegenüber dem weltweit der Ausrottung preisgegebenen, einstmals am weitesten verbreiteten Raubtier der Erde. Faires Verhalten scheint auch dem menschlichen Alpha-Tier ein Fremdwort zu sein. Besonders dem Männchen. „Die Menschheitsgeschichte wurde von Alpha-Männern geschrieben“, heißt es denn auch im ersten Satz des Buches. Das wiederum soll dazu dienen, Alpha-Tieren ihr frevelhaftes Benehmen vor Augen zu führen. Dafür teilt man sie in Commander, Visionäre, Strategen und Macher und präsentiert ihnen tabellarisch all ihre Stärken und Schwächen samt Vorteilen und Risiken für das Unternehmen des jeweiligen Alpha-Tiers. Das gibt zu denken. Denn Alpha-Tiere haben durchaus ihre Berechtigung. Die Autoren schöpfen aus einem unendlichen Pool von Gesprächen mit Männern und Frauen dieser Spezies. Sie analysieren, wie es zum Alpha-Tier-Syndrom kommt. Alpha-Tiere, die sich selbst nicht mehr ertragen können, finden endlich Hilfe zur Selbsthilfe. Und auch jeder andere kriegt sein Teil ab, wenn er sich einigermaßen selbstkritisch durch die Kapitel liest. Unterm Strich ein Buch, das uns Kommunikation lehrt, Toleranz und Verständnis für eigene und fremde Schwächen. Mit den Wölfen hat das nicht mehr viel zu tun. Höchstens mit einem Mythos aus einer längst vergangenen Zeit. Kerstin Schulz
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Quelle: Redline Verlag |