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Michael Erlhoff, Tim Marshall (Hrsg.): Wörterbuch Design. Begriffliche Perspektiven des Design. Birkhäuser 2007.Lesen Sie Design quer!Bislang schüttelte ich auf die Frage „Lesen Sie quer?“ demonstrativ den Kopf. Querlesen kam mir nie in den Sinn. Denn da war immer diese Angst, irgendetwas zu verpassen. Hatte ich mich dennoch dazu hinreißen lassen, blätterte ich Minuten später dorthin zurück, wo ich zum Querfeldein angesetzt hatte, und las brav, was rein informativ häufig kaum Neues bot. Aber immerhin: Ich hatte drohende Verluste minimiert. Wenn Sie das „Wörterbuch Design“ quer lesen, ist neben eindrucksvoller Spurensuche jede Menge Gewinn angesagt! Der auch optisch und haptisch anspruchsvolle Band – die Umschlaggestaltung wurde mit einer Effektpigmentierung realisiert – erschien vor wenigen Monaten im Schweizer Birkhäuser Verlag. Über 100 Autoren, u. a. aus Japan, Deutschland, der Schweiz und Australien, positionieren sich mit ihren Beiträgen sowohl zu klassischen als auch zu gerade erst entstandenen Begriffen des Designs. Die Herausgeber Erlhoff und Marshall selbst empfehlen übrigens das Querlesen, freilich nur als eine von vielen Nutzungsformen dieses Kompendiums. Weil der Reiz, ein selbst auferlegtes Diktat zu brechen, groß war, entschied ich mich für genau diese Empfehlung. Und ich stieß auf den Begriff „Brief“, den ich sonst nie im Leben in einem Design-Wörterbuch vermutet hätte. Brief und Briefing zusammenzubringen, ist natürlich kein Kunststück. Dieses erwartete eher der Citroen-Chef Pierre Boulanger, als er 1938 in einem ebensolchen Brief beschrieb, wie er sich das Design der inzwischen legendär gewordenen Ente vorstellte: „Ein Fahrrad mit vier Rädern und vier Sitzplätzen, Platz für 50 Kilogramm Ware, … eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern, … eine Radaufhängung, die das Überqueren eines Ackers ermöglicht, ohne dass dabei die in einem Korb liegenden Eier zu Schaden kommen … mit einem Verbrauch von höchstens 3 Litern auf 100 Kilometern.“ Letzteres wird in der Realität wohl auf ewig ein Kunststück bleiben. Auch querfeldein fahren ist heute kaum mehr möglich. Bleiben wir also beim Querlesen. Das dürfen Sie. Aber lassen Sie sich vom Brief nicht irritieren. Dort gibt es nämlich ausnahmsweise keinen Querverweis … Kerstin Schulz
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Quelle: Birkhäuser Verlag |