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Kristina Raderschad, Tina Freitag: Details. Ideen und Lösungen für den Innenraum. Callwey München 2008.


Mehr Lust als Frust mit dem Detail


Wenn Architekturfotografen alles Störende aus dem Weg räumen, um die Wirkung ihres Motivs nicht zu beeinträchtigen, geht es ums Detail. Ebenso, wenn später wieder alles an seinen Platz zurück findet. Das Detail inszeniert den Raumeindruck. Das Detail macht den Unterschied. In diesem Bewusstsein hat der Callwey-Verlag München 2008 eine Publikation herausgebracht, die sich dem Detail widmet, den „Ideen und Lösungen für den Innenraum“, wie es im Untertitel heißt.

Das Buch ist eine Entdeckungsreise in die Welt der Architekten und Designer. Es beweist, dass das Spiel mit Details sehr aufregend und manchmal erstaunlich einfach sein kann. Wer käme beispielsweise darauf, dass sich die Größe eines Raumes ohne technische Hilfsmittel oder handwerkliche Fähigkeiten verändern ließe? Wer würde denken, dass selbst so profane Dinge wie Briefkästen ein kreativer Hingucker sein können? Sind Heizkörper wirklich dazu verdammt, ein Nischendasein zu führen? Und muss Stauraum etwas sein, was immer fehlt?

„Details“ hat für die kniffligsten Gestaltungsprobleme eine Lösung parat. Verschattungen sind so viel mehr, als Einblick verwehrend oder Lichteinfall mindernd. Eine Feuerstelle braucht nicht zwingend einen Kamin, und Tapeten können sich selbst genügen. Alles eine Frage der Inspiration. Die Fotografen, die das umfangreiche Bildmaterial für die knapp 200 Seiten starke Publikation lieferten, hatten sie. Manchmal erfasst ihr Blick die Totale, ein anderes Mal eine winzige Kleinigkeit. Immer ist die Perspektive davon geprägt, den Betrachter an der Wirkung teilhaben zu lassen.

Kristina Raderschad, von der die Texte stammen, hat ergänzend zur Ideensammlung einige Innovatoren porträtiert. Wie die Brüder Bouroullec, international bekannt für ihre unkonventionelle Denkweise. Von ihnen stammt ein pflanzenartig anmutendes Element mit dem Namen „Algues“. „Algues“ eignet sich als Raumteiler, aber auch dafür, ein Zimmer zu begrünen. Oder Mike Meiré, der dafür plädiert, spürbar verführerische Materialien einzusetzen, die Lust auf Berührung machen und die Verweildauer in Räumen erhöhen.

In „Details“ versinkt man. Jede neu aufgeschlagene Seite steckt voller Inspiration. Man möchte meinen, ein Buch, auf das wir gewartet haben. Das endlich übersichtlich strukturiert genau solche Ideen darstellt, die Freude an der Innenraumgestaltung bringen. Die Kontaktdaten von Herstellern, Architekten und Designern sind im Anhang nachzulesen. Und unsere Favoriten markieren wir mit einem der beiliegenden Post-Its. Ja, auch Callwey sorgt für ein überraschend kluges Detail. (2.700 Zeichen)

Kerstin Schulz

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Bild: Callwey Verlag