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Gernot Brauer: Erfolgsfaktor Design-Management . Ein Leitfaden für Unternehmer und Designer. Birkhäuser Verlag 2007.

Design und jenseits des Marktes

Wenn Designer träumen, entstehen ästhetische Kostbarkeiten. Funktionale Objekte. Prägnante Typographien. Zeitgemäße Präsentationen. Wenn Unternehmer träumen, entdecken sie Marktlücken. Schaffen Mehrwerte. Auch Arbeitsplätze. Und bereichernden Wettbewerb. Doch wie kommen sie zusammen? Auf welcher Ebene könnte ein für beide Seiten konstruktiver Umgang stattfinden? Was sind die praktischen Voraussetzungen, um Designer und Unternehmer in eine gewinnbringende Synergie zu führen?

Fragen, auf die Gernot Brauer Antworten zu geben weiß. Sein LEITFADEN FÜR UNTERNEHMER UND DESIGNER ist eine Mischung aus Lehrbuch und fesselndem Praxisreport. Viele gut durchdachte und ausführliche Checklisten ermöglichen dem Unternehmer einen objektiven Blick auf seine Unternehmung, seine Produkte und seine Stellung im Markt. Er wird sensibilisiert für Produkt-, Verpackungs-, Kommunikations- und Corporate- Design. Für Tragweiten und Sinn gut gemachten Designs, das Aufmerksamkeit wecken, Interesse und Wünsche erzeugen und Umsätze machen kann.

Gerade Brauers unternehmerischer Blickwinkel macht das Buch zu einer lohnenden Lektüre. Design wird hier klar von der Kunst abgegrenzt. Es wird als auftragsbezogene Dienstleistung wahrgenommen, die objektiv auf Machbarkeit ausgerichtet ist. Designer werden erkennen, wie weit sie utopische Kunst-Ideale hinter sich lassen müssen, um für die Serienfertigung gewappnet zu sein. Welche Gratwanderung sie zu meistern haben, wenn sich Subjektivität im Schaffensprozess bei der marktrelevanten Suche nach intelligenten Kompromissen relativiert.

Alleine sind sie dabei nicht. Denn unternehmerischer Ehrgeiz scheitert nicht selten am fehlenden Bewusstsein für eine Differenzierung im Wettbewerb. Innovative Produkte benötigen die Kommunikation ihrer Qualität über das Design. Organisationen erlangen erst auf diesem Weg ein in der Öffentlichkeit wahrgenommenes Profil. So sind es auch die Unternehmer, deren Aufmerksamkeit für den Einsatz von Design als Management-Instrument geschärft wird. Brauers Reportagen und Fallstudien über Unternehmen, die damit Erfolg haben, machen Mut. Vielleicht hätten einige Analysen von Markt-Flops den umfangreichen Band ergänzt um die Sensibilisierung für mögliche Fehler. Denn soviel ist sicher: Aus Büchern kann man viel lernen. Aus den Fehlern der anderen auch.

Patrick Daubitz