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Telefon 033 205 - 26 86 11 |
Wie viel Vertrauen braucht der Mensch? Der Verwandte eines befreundeten Zahnarztes hat eine merkwürdige Angewohnheit. Er thematisiert diese familiäre Bindung immer dann, wenn er zu einem seiner vielen anderen behandelnden Ärzte muss. Mitarbeitern in Arzt- und Zahnarztpraxen fällt Ähnliches auf. So nennen Patienten bei Terminabsprachen mit der Rezeption Ärzte beim Vornamen, um persönliche Bindungen zu signalisieren. Und selbst ich ertappe mich dabei, wie ich möglichst unauffällig meine Zugehörigkeit zur Gesundheitsbranche ins Spiel bringe, wenn ich mich selbst in Behandlung begeben muss. Warum tun wir das? Ganz vordergründig demonstrieren wir auf diese Weise Hoffnung. Darauf, bevorzugt behandelt zu werden, einen begehrten Termin zu erhalten oder Formalitäten zu umgehen. Und wehe, der andere ignoriert das. Wir sind betroffen, als hätte man uns einen unangenehmen Befund mitgeteilt. Einen erneuten Versuch starten oder sich ins Schicksal ergeben? Schicksal mögen wir nicht. Schicksal ist Ausgeliefertsein. Der Dame am Empfang, der Stimme am Telefon. Der kühlen Sachlichkeit der Praxis und den offiziellen Sprechzeiten. Deshalb wollen wir Insider sein, wahrgenommen werden, dazugehören. Was gibt es Schöneres, als auf ein lächelndes Gesicht zu treffen, das noch bei größtem Stress signalisiert: Ich bin gleich für Sie da. Wie viel besser fühlen wir uns, wenn die Stimme am anderen Ende der Leitung sagt: Toll, dass Sie sich erholt haben im Urlaub! Keine noch so hervorragende Spezialisierung eines Arztes wird uns dauerhaft überzeugen, wenn’s menschlich nicht stimmt. Denn eigentlich wollen wir beim Arzt nur eines und das aus tiefster Seele: Vertrauen. Ihre Kerstin Schulz
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